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Kinderreisepass


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,  

die zweite Jahreshälfte hat begonnen, die Schulferien sind vorbei und auch ich habe meinen Sommerurlaub genossen und mich erholen können. Ich hoffe, auch Sie konnten Ihre freie Zeit zuhause oder fern oder nah der Heimat nutzen und neue Kraft tanken.

Die Demografie, also die Wissenschaft von der Bevölkerungsentwicklung und der Bevöl-kerungsstruktur, ist für die Politik besonders bedeutungsvoll. Handelt es sich doch nicht al-leine um reine Zahlen, sondern um Menschen und die Ausgestaltung ihres Lebens. Wie viele Schulen und Lehrkräfte werden in Zukunft benötig? Wie viele Betreuungsplätze brauchen wir für Kita-Kinder und Grundschulkinder? Wieviel Wohnraum muss geplant werden? Wie steht es um die Ausgestaltung des öffentlichen Nahverkehrs? Wie werden sich die Steuereinnah-men entwickeln? Wie viele Krankenhäuser und Ärztinnen und Ärzte brauchen wir? Wie steht es um die Finanzierung der Renten? All diese Fragen machen deutlich, welche Bedeutung Bevölkerungszahlen haben.

Deutschland hat zurzeit mit 83 Millionen so viele Einwohner wie nie zuvor. Eine Bevölkerung wächst, wenn mehr Kinder geboren werden als Menschen sterben oder wenn mehr Men-schen in das Land zuziehen als wegziehen. Schon lange gibt es (nicht nur) in Deutschland ein Geburtendefizit, das heißt es werden weniger Kinder geboren als Menschen sterben, so dass ein Halten der Bevölkerungszahlen oder gar ein Wachstum nur durch Zuwanderung zu erreichen war und ist.

Ein großes Problem für die Politik ist die Konzentration in den Städten und der Wegzug der Menschen aus den kleinen Orten auf dem Land. Unsere Hauptstadt Berlin ist mit mehr als 3,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Deutschlands. Die Problematik um bezahlbaren Wohnraum in den Städten ist nicht nur dort gegenwärtig.

Unsere kleine Stadt Staufenberg mit ihren aktuell 8533 Einwohnern mit alleiniger Wohnung (8807 mit Haupt- oder Nebenwohnung), muss sich in diesem Konkurrenzkampf bewehren und positionieren. Das ist nicht immer einfach, denn gerade wir als kleine Kommune leiden unter ständiger Unterfinanzierung.

Der Blick auf die halbjährliche Statistik ist für mich daher immer spannend. Wächst Staufen-berg entgegen des allgemeinen Trends? Und wie sieht es mit unserer Bevölkerungsstruktur aus?

Durch die Attraktivität unserer Vitalen Mitte und der guten Anbindung an die Autobahn sind wir ein beliebter Wohnort vor allem auch für junge Familien. Langsam aber umso stetiger wächst Staufenberg. Natürlich – auch der Wohnraum für die Zunahme der Bevölkerung muss vorhanden sein. Das Erschließen neuer Baugebiete ist dabei Voraussetzung. So konnten in Treis, in Staufenberg und an der Grenze zwischen Mainzlar und Daubringen Baugebiete ausgewiesen und zudem in allen Stadtteilen Baulücken geschlossen werden.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die Veränderung. Noch im 19. Jahrhundert hatte alleine Treis knapp über 1000 Einwohner. Staufenberg hatte am Ende des 19. Jahrhunderts 650 Einwohner, Daubringen und Mainzlar jeweils rund 500.

Der wirkliche Umschwung kam nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch die Flüchtlinge und Vertriebenen legten alle vier Kommunen einwohnerzahlenmäßig mächtig zu. Inzwischen hat Staufenberg eindeutig die Führung beim Zuwachs übernommen. Mitte 2019 wurde die Marke von 3000 Einwohnern mit ausschließlicher Hauptwohnung geknackt (31.12.2018: 2972). Treis hatte zum Stichtag 30. Juni 2019 2086 (31.12.2018: 2073), Daubringen 1753 (31.12.2018: 1732), Mainzlar 1694 (31.12.2018: 1718) Einwohner. Bis auf Mainzlar haben alle Stadtteile im Vergleich zum Jahresende 2018 also zugelegt. Nicht berücksichtigt sind bei diesen Zahlen die Nebenwohnungen.

Wie sieht es nun mit der Bevölkerungsstruktur aus? Die so genannte Bevölkerungspyramide hat wie gehabt einen tüchtigen Babyboomer-Bauch. Besonders starke Geburtsjahrgänge sind die Jahre am Ende des 1950er Jahrzehnts und die 1960er Jahre. Das Durchschnittsalter in Staufenberg liegt bei 45,4 Jahren.

Zwei Personen in Staufenberg können auf 100 Lebensjahre zurückblicken, eine Person ist bereits über 100 Jahre alt. Geboren wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 34 Babys, ge-storben sind 38 Einwohner. Das Geburtendefizit ist also gar nicht so groß. Zu bedenken ist, dass die heute Geborenen eine gute Chance haben, ihren 100. Geburtstag zu feiern.

Die Palette der Menschen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und in Staufenberg und den Stadtteilen wohnen, ist bunt: von A wie Afghanistan bis V wie Vereinigtes Königreich also Großbritannien. Drei größere Gruppen von Einwohnern mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit sind dabei auszumachen. Die Gruppe der Menschen, die als so genannte Gastarbeiter kamen und die inzwischen über Generationen bei uns leben und arbeiten. Das sind in erster Linie türkische Staatsangehörige mit aktuell 342 Personen, davon 84 Kinder unter 16 Jahren, und die Portugiesen mit aktuell 96 Personen. In der zweiten und dritten Generation lassen sich aber zunehmend mehr Menschen einbürgern. Eine weitere Gruppe der Nichtdeutschen stellen die EU-Bürger. Hier stellen die Polen die größte Gruppe mit 163 Personen. Alle weiteren EU-Bürger sind jeweils mit zum Teil weit unter 100 Personen vertre-ten. Sie arbeiten vor allem als Busfahrer, Pflegekräfte und als Arbeitskräfte „auf dem Bau“. Die dritte Gruppe sind die Flüchtlinge. Keine Überraschung ist dabei, dass die Syrer mit 77 Personen die größte Gruppe stellen. Nennenswerte Größen stellen die Afghanen (28 Perso-nen), die Eritreer (29 Personen), die Iraker (36 Personen) und die Iraner (42 Personen). Selbst in den Stadtteilen, in denen es Gemeinschaftsunterkünfte gibt – also in Staufenberg und Treis – sind die Zahlen mehr als moderat. 32 Syrer leben aktuell in Staufenberg, 18 syri-sche Staatsangehörige sind es in Treis. Zudem ist zu beobachten, dass die Asylbewerber recht zügig in reguläre Wohnungen vermittelt werden können.

Die Statistik ist also positiv, zukunftsbejahend und eine gute Grundlage für eine weitere aufbauende Entwicklung. Das ist gut und notwendig zugleich. Denn unsere Infrastruktur wird dauerhaft durch unsere Wohnsitzbürger finanziert. Deshalb dürfen wir uns alle auch nicht auf diesen Zahlen ausruhen. Nach wie vor muss es unser Bestreben bleiben, unsere gute Infra-struktur, sei es im Einkaufs- und Dienstleistungsbereich oder bei den Kindertagesstätten in allen vier Stadtteilen, aufrecht zu erhalten.
Was wäre der Sommer ohne das Staufenberger Sommerfestival, das dieses Jahr am 09. und 10. August bei hoffentlich sommerlichen Temperaturen wieder auf unserer Oberburg stattfinden wird. Mein herzlicher Dank geht an die Heimatvereinigung Staufenberg, den Ver-ein IM-PULS und den Bund Deutscher Pfadfinder*innen Gießen, die wieder ein tolles Festival organisiert haben.

Ich kann Sie alle nur ganz herzlich einladen, die einmalige Atmosphäre auf unserer Oberburg zu genießen und alle Veranstaltungen des Sommerfestivals möglichst zahlreich zu besuchen. Alle Künstler aber sicher auch Sie selbst haben dies mehr als verdient.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr   
Peter Gefeller
Bürgermeister



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