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Kolumne 04/2019


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

"Staufenberg wächst" lautete letzte Woche eine Schlagzeile der heimischen Presse. Grund hierfür war der Bericht von Dr. Julian Neubert in der jüngsten Stadtverordnetensitzung. Dort stellte Dr. Neubert den vom Landkreis Gießen für Staufenberg aufgestellten Demografiebericht vor.

Es waren Zahlen, die unsere Stadtverordneten gefreut haben dürften. Die wichtigste Botschaft dabei war: Unsere Stadt kann auch weiterhin mit einem Einwohnerwachstum rechnen. Bis zum Jahr 2030 könnte Staufenberg an der Marke von 9.000 Einwohnern kratzen. Ende Juni 2018 waren es bereits 8.741 Einwohner. Diese Zahl stieg bis Ende 2018 sogar noch auf 8.787 Einwohner an. Tendenz steigend!

Unsere Stadt zeichnet sich schon seit mindestens zwei Jahrzehnten durch eine sehr positive Bevölkerungsdynamik aus. So wuchs unsere Einwohnerzahl zwischen 1999 und 2016 um über 8 Prozent an. Alleine zwischen 2012 und 2016 war ein Wachstum von 2,65 Prozent zu verzeichnen.

Sowohl bei den Kita- als auch bei den Grundschulkindern wird es bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts einen weiteren Anstieg geben. Beides dürfte auf die bereits umgesetzten und gerade im Bau befindlichen Neubaugebiete zurückzuführen sein. Bei den Kindern bis sechs Jahre erwarten wir bis zum Jahr 2021 einen Anstieg auf rund 470 Kinder. Bei den Sechs- bis 14-Jährigen werden zum gleichen Jahr rund 560 Kinder erwartet. Diese Zahlen bestätigen die im letzten Jahr getroffenen Entscheidungen zum Neubau der DRK-Kita in Daubringen und der gemeinsamen Grundschule für Staufenberg, Mainzlar und Daubringen in der Vitalen Mitte.

Wie überall im Land dürfte allerdings auch bei uns der demografische Wandel zu Sorgenfalten, wenn auch zu etwas kleineren, führen. Denn während die für das ehrenamtliche Engagement so wichtige Altersgruppe zwischen 40 und 65 in den nächsten 10 bis 15 Jahren spürbar schrumpfen soll, wird die Gruppe der 65- bis 80-Jährigen im gleichen Zeitraum deutlich steigen. Der steigende Anteil älterer Menschen wird also auch bei uns in Staufenberg eine Herausforderung werden. Insgesamt bleibt aber festzuhalten: In Staufenberg müssen wir uns in den nächsten 10 bis 15 Jahren keine allzu großen Sorgen über unsere Bevölkerungsentwicklung machen.

Schon seit Jahren wird in der Staufenberger Kommunalpolitik darüber diskutiert, wie wir den entlang der Lumda verlaufenden Wirtschaftsweg zwischen Treis und Mainzlar möglichst kostengünstig zu einem besseren Fahrradweg ausbauen können. Eine kostengünstige Variante wurde nun den Stadtverordneten vorgestellt. Konkret handelt es sich dabei um das mehrlagige Auftragen von heißen Bitumen zusammen mit Splitt. Die Parlamentarier zeigten sich angetan von dieser Methode und beauftragten die Verwaltung mit einer konkreten Kostenermittlung.

Auf wenig Gegenliebe bei unseren Jugendlichen dürfte die anschließende Absage der Stadtverordneten zur Schaffung von öffentlichen WLAN-HotSpots stoßen. Über das Landesprogramm "Digitale Dorflinde" hätten auch wir den Ausbau öffentlicher WLAN-Hotspots gefördert bekommen. Allerdings wäre es mit dem Ausbau der Hotspots alleine nicht getan gewesen. Denn neben den reinen Ausbaukosten wären jährliche Folgekosten von 300 € pro Hotspot angefallen. Vor dem Hintergrund des auch von der Bundesregierung angekündigten Funknetzausbaus scheuten die Parlamentarier diese Folgenkosten und lehnten den zusätzlichen Einbau von WLAN-Stationen in und an öffentlichen Gebäuden ab.
Abschließend aktualisierten die Stadtverordneten noch unsere Stellplatzsatzung. Die neuen Vorgaben der Bauordnung des Landes Hessen für die Schaffung von Stellplätzen sehen vor, dass die notwendigen Stellplätze bis zu einem Viertel durch Abstellplätze für Fahrräder ersetzt werden können. Die Kommunen können dies in ihren Satzungen jedoch ausschließen. Da der ruhende Verkehr, also am Straßenrand parkende Autos, bereits heute ein Problem darstellt, folgten die Parlamentarier der Empfehlung der Verwaltung und schlossen den Ersatz der PKW-Stellplätze durch Fahrrad-Abstellplätze in unserer Stellplatzsatzung aus.

Trotz dürrer, mit Borkenkäfern befallener Bäume gibt es auch positive Nachrichten aus den Staufenberger Wäldern zu berichten. So konnte mir Förster Schreiber in der letzten Woche berichten, dass die Ende letzten Jahres vom Forstamt Wettenberg durchgeführte Holzversteigerung bei nur einer einzigen Eiche (!) aus dem Daubringer Wald einen Reinerlös von 3.760 EUR erbracht hat. Da kann man mal sehen, wie wertvoll doch unserer heimisches Holz ist.

Neben dieser guten Botschaft wies Förster Schreiber in unserem Gespräch aber auch auf die ab Februar wieder anstehende Pflegedurchforstung hin. In diesem Jahr wird der Harvester hauptsächlich im Staufenberger und Mainzlarer Wald eingesetzt. Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Pilzsammler bitte ich bereits heute um besondere Vorsicht in diesen Waldbereichen.
Gefällt werden in diesem Jahr hauptsächlich Laubhölzer, was in erster Linie auf den Einbruch des Marktes für Nadelhölzer zurückzuführen ist. Für Fichte oder Kiefer sind derzeit keine vernünftig vertretbaren Preise zu erzielen. Auch dies ist auf die extremen Wetterlagen des letzten Jahres zurückzuführen. Überall in Europa haben sich diese bemerkbar gemacht und ganz speziell im Alpenraum dazu geführt, dass dort witterungsbedingt mehrere Millionen (!) Festmeter Nadelholz gefällt werden mussten. Diese unfassbar große Holzmenge ist natürlich bis heute nicht verkauft und sorgt für den extremen Preisverfall im Nadelholzbereich.

Abschließend konnte mir Förster Schreiber erklären, dass sich die konkreten Auswirkungen des letztjährigen Sommers erst im kommenden Frühsommer feststellen lassen. Erst dann wird ein eventueller Borkenkäferbefall in den Laubhölzern sichtbar. Hoffen wir mal alle, dass sich der Schaden in Grenzen hält.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Peter Gefeller
Bürgermeister


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