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Stadtarchiv Staufenberg



Das Stadtarchiv Staufenberg ist eine Öffentliche Einrichtung der Stadt Staufenberg und wird hauptamtlich betreut durch Barbara Wagner.

Kontakt:
Stadtarchiv Staufenberg
Barbara Wagner
Tarjanplatz 1
35460 Staufenberg
Telefon: 06406/809-39
Fax:        06406/809-55
Email:   barbara.wagner@staufenberg.de

Die Nutzung des Stadtarchivs ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Kontaktaufnahme gerne über E-Mail, auf dem Postweg oder telefonisch.

Bestände des Stadtarchivs
Der Schwerpunkt der Bestände umfasst das sogenannte "Historische Stadtarchiv". Es handelt sich dabei um die Verwaltungsakten der bis zum 30. Juni 1974 selbständigen Gemeinden Staufenberg, Treis, Daubringen und Mainzlar. Die Bestände sind in gedruckten Findbüchern und digital erfasst.

Kurzinformationen zu den Stadtteilen und deren Archivbeständen

Staufenberg:
Die Burg Staufenberg findet 1233 erstmalig Erwähnung, ein Bürgermeister für die Siedlung Staufenberg wird erstmals 1336 genannt. Spätestens seit 1367 besitzt der Ort Stadtrechte.
Archivbestand der Stadt Staufenberg (01):
Eine kleine Abteilung (U) umfasst die Urkunden. Die älteste Urkunde datiert aus dem Jahr 1450. In ihr bestätigt Landgraf Ludwig von Hessen nach dem Übergang der Grafschaft Ziegenhain durch Erbschaft an die Landgrafschaft Hessen die Rechte und Freiheiten der Stadt.
Die Register über die Ein- und Ausgaben der Stadt beginnen im Jahr 1590.
Die Hauptüberlieferung liegt in den Verwaltungsakten des 19. und 20. Jahrhunderts, Amtsbüchern und Karten, Plänen und Zeichnungen. Staufenberg gehörte zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Großherzogtum Hessen).
Die Bauanträge sind separat in einer Datenbank erfasst, in der sich nach Bauherrn und Adressen suchen lässt. Es liegt ein gedrucktes Fundbuch vor. Die Daten stehen ebenfalls digital zur Verfügung. Siehe auch http://www.stadtarchiv.staufenberg.de/

Treis an der Lumda:
Treis an der Lumda wird erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahr 1237 erwähnt. Die Siedlung ist aber sicher älter. Prägend für Treis war die Familie Schutzbar genannt Milchling. Noch heute gibt es die "Burg Milchling" am Südufer der Lumda. Die "Burg am Wasser" am Nordufer wurde 1801/1802 abgebrochen. Heute stehen nur noch Ringmauer und zwei Ecktürme.
In Treis an der Lumda existierte bis zum Völkermord der NS-Zeit eine alteingesessene jüdische Einwohnerschaft. Erhalten ist der jüdische Friedhof.
Archivbestand Gemeinde Treis an der Lumda (02):
Die Hauptüberlieferung liegt in den Verwaltungsakten des 19. und 20. Jahrhunderts, die durch Amtsbücher, Karten, Plänen und Zeichnungen ergänzt wird.
Treis an der Lumda gehörte bis 1866 zum Gebiet Hessen-Kassel und damit in Napoleonischer Zeit zum Königreich Westphalen. 1866 kam Treis an der Lumda zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt.
Die Bauanträge sind separat in einer Datenbank erfasst, in der sich nach Bauherrn und Adressen suchen lässt. Es liegt ein gedrucktes Fundbuch vor. Die Daten stehen ebenfalls digital zur Verfügung. Siehe auch http://www.stadtarchiv.staufenberg.de/

Mainzlar:
Mainzlar gehört zu den ältesten Siedlungen im Lumdatal, erstmalig erwähnt im "Codex Eberhardi" (780-802). Der Ort wahrte bis ins 20. Jahrhundert seinen Charakter als Bauerndorf und das trotz der 1907 gegründeten Niederlassung der Feuerfest-Fabrik "Scheidhauer und Gießing", später Didierwerke, die über Jahrzehnte wichtiger Arbeitgeber wurde.
Archivbestand der Gemeinde Mainzlar (03):
Die Hauptüberlieferung liegt in den Verwaltungsakten des 19. und 20. Jahrhunderts, die durch Amtsbücher, Karten, Plänen und Zeichnungen ergänzt wird. Mainzlar gehörte zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Großherzogtum Hessen). Der Bestand ist der kleinste des Stadtarchivs. Mainzlar als der kleinste Ort der ehemals selbständigen Gemeinden Staufenbergs hat große Verluste bei den Verwaltungsakten zu beklagen. Die Aufbewahrung der Akten im Keller der damaligen Bürgermeisterei in der Hachborner Straße in Mainzlar führte zu so starken Schimmelschäden, dass zahlreiche Akten vernichtet wurden.
Die Bauanträge sind separat in einer Datenbank erfasst, in der sich nach Bauherrn und Adressen suchen lässt. Es liegt ein gedrucktes Fundbuch vor. Die Daten stehen ebenfalls digital zur Verfügung. Siehe auch http://www.stadtarchiv.staufenberg.de/

Daubringen:
Daubringen wird wie Mainzlar im "Codex Eberhardi" (780-802) erstmals erwähnt. Anders als Mainzlar verliert der Ort bereits Mitte des 19. Jahrhunderts seinen bäuerlichen Charakter. Das heute nicht mehr existierende 1394 erstmals urkundlich erwähnte Hofgut Heibertshausen hingegen vergrößerte seine Anbauflächen. Der Ort selbst wurde zum Wohnort für Lohnabhängige. Bereits 1871 wurde mit der Zigarrenherstellung begonnen. Der Gießener Fabrikant Carl Emmelius baute 1891 eine Zigarrenfabrik, die heute Wohnhaus geworden ist.
Archivbestand der Gemeinde Daubringen (04):
Die Hauptüberlieferung liegt in den Verwaltungsakten des 19. und 20. Jahrhunderts, die durch Amtsbücher, Karten, Plänen und Zeichnungen ergänzt wird. Daubringen gehörte zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Großherzogtum Hessen).
Die Bauanträge sind separat in einer Datenbank erfasst, in der sich nach Bauherrn und Adressen suchen lässt. Es liegt ein gedrucktes Fundbuch vor. Die Daten stehen ebenfalls digital zur Verfügung. Siehe auch http://www.stadtarchiv.staufenberg.de/

Archivbestand Verwaltungsliteratur, Chroniken, Sekundärliteratur:

Es stehen weit über 1000 Bücher und Broschüren, die digital erfasst sind, zur Verfügung. Im Bestand sind auch die bearbeiteten Kirchenbücher von Staufenberg, Daubringen, Mainzlar und Treis an der Lumda.

Bestand Zeitschriftenreihen:
Vorhanden sind Gesetzessammlungen, Verordnungen, unter anderem "Amtsblatt des Großherzoglichen Kreisraths zu Gießen", Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen (Z 9) von 1843 bis 1866, Gießener Anzeiger 1868 bis 1919 (gebunden), "Zeitschrift für die landwirtschaftlichen Vereine des Großherzogthums Hessen" (Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift) von 1833 bis 1909 (Z 28 1 -77).

Nichtstädtische Provenienzen:

Unterlagen aufgelöster Vereine, Sammlungen aus Nachlässen

Pressespiegel:
Staufenberg und die Stadtteile betreffende Artikel aus der lokalen Presse ab 1988, chronologisch geordnet

Bestand der Stadt Staufenberg ab 1. Juli 1974 (05):
Befindet sich im Aufbau. Daten werden in der Archivdatenbank augias erfasst.

Altregistratur der Stadtverwaltung Staufenberg ab 1. Juli 1974:
Für die Öffentlichkeit nicht zugänglich

Das Historische Archiv Staufenberg fördert die Erforschung und die Kenntnis der Stadtgeschichte, wirkt bei ihrer Erforschung und Vermittlung durch Veröffentlichungen, Vorträge und Ausstellungen mit. Das Archiv steht Ahnenforschern offen.

Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte (im Stadtarchiv vorhanden):

von Ritgen, Josef Maria Hugo, Geschichte der Grossherzoglich hessischen Stadt Staufenberg und ihrer beiden Burgen

Hans, Günter, Mann, Georg und der Magistrat der Stadt Staufenberg, Staufenberg - Stadt zwischen Lumda und Lahn zur 750-Jahr-Feier der Stadt 1983, Staufenberg 1983

Schneider, Ernst, Treis - Chronik eines alten Dorfes, Treis 1973

Hess, Volker, Felde, Gerhard, Daubringen-Mainzlar, Spuren der Geschichte zweier oberhessischer Dörfer und ihrer Bevölkerung, Staufenberg 1993

Wisker, Reiner, Familienbuch Treis an der Lumda von (1575) 1658 bis 1900 (1920) und Sichertshausen von (1575) 1658 bis 1774, erstellt aus den Kirchenbüchern des evangelischen Pfarramtes Treis an der Lumda (2002)

Müller, Hanno, Ommert, Dora, Schumann, Liesel, Familienbücher des Kirchspiels Kirchberg, I. Daubringen, 1628 bis 2001 (2001)

Müller, Hanno, Familienbücher des Kirchspiels Kirchberg, II. Mainzlar, 1628 bis 1875 (1914) (2001)

Müller, Hanno unter Mitarbeit von Ommert, Dora, Familienbücher des Kirchspiels Kirchberg, III., Staufenberg 1628 bis 1875 (1914) (2001)

Gentges, Bertin u.a., Heinrich Will 1895-1943, Leben und Werk (1993)



Was gibt es im Stadtarchiv Staufenberg zu entdecken?

Das Stadtarchiv Staufenberg spiegelt das Alltagsleben mit dem Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einige Beispiele sollen zeigen, für wen das Archiv interessant ist und was es alles zu finden gibt. Tragisches und Kurioses gibt es zu entdecken.

Für Ahnenforscher:
Die Standesamtsregister und dazu gehörenden Sammelakten können nach Maßgabe der neuen gesetzlichen Vorschriften unter Aufsicht eingesehen werden. Die Kirchenbücher, die sich auf die Bevölkerung der vier Orte beziehen, wurden in so genannten Familienbüchern aufgearbeitet.
Siehe unter Veröffentlichungen

Jüdische Bevölkerung:
Die Daten der jüdische Bevölkerung wurden anhand der vorhanden Quellen (Zivilstandsregister der Juden, Standesamtsregister, Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Treis) digital erfasst.


Kennkarte der Liesel Wolff, Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Treis A 630
.
Das Mädchen wurde mit ihrem jüngeren Bruder, ihrer Stiefmutter, ihrer Tante und ihren Großeltern aus Treis deportiert. Alle wurden ermordet. Der Vater war vor der Deportation verstorben.


Zwangarbeiter:


Das Arbeitsbuch eines Zwangsarbeiters in Treis. Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Treis, A 1198.


Ein weiterer Zwangsarbeiter, Nikolaj C., wurde als Landarbeiter und Holzhauer eingesetzt. Von der NS-Bürokratie wurde seine "Rassenzugehörigkeit" als "nordig" ausgewiesen.
In der NS-Zeit arbeiteten zahlreiche Zwangsarbeiter auf den Bauernhöfen und kleinen Betrieben in Staufenberg, Daubringen, Mainzlar und Treis, aber auch in den Didierwerken in Mainzlar. In Mainzlar nahm sich eine Zwangsarbeiterin das Leben, drei Zwangsarbeiter kamen unter nicht geklärten Umständen ums Leben. Sie wurden möglicherweise "auf der Flucht" erschossen.

Personenstandsdokumente:
Ab dem 1. November 2010 gibt es in Deutschland den maschinenlesbaren Personalausweis. Die deutsche Nachkriegskennkarte findet sich nur noch im Archiv.


Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Staufenberg A 1063.


Zahlreiche Reisepässe, Schubpässe (unliebsame Personen wurden mit Hilfe dieses Dokuments und einer Schubkarre abgeschoben, das heißt in ihre Heimatorte verbracht) und Heimatscheine spiegeln die Verhältnisse des 19. Jahrhunderts.

Streitigkeiten:
Einen kleinen Einblick in die dörflichen Streitigkeiten in Daubringen bieten die Gründe für die Vorladung zu Sühneversuchen. Es gibt mehrere dicke Bände, zum Beispiel Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Daubringen A 1056

1. September 1892 "Vorladung zum Sühneversuch", da der Beschuldigte den Kläger "in der öffentlichen Wirtschaft bei Heinrich Geißler zu Lollar einen Drecksack donnerwetterisch Eule" nannte "und drohte ihm er bekomme noch Schläge entweder unterwegs oder die Kirchweih".

12. Dezember 1893 Vorladung zum Sühneversuch, da der Beschuldigte den Kläger "bei einer öffentlichen Gesellschaft an der Bahn bei der Arbeit einen Lügner, Drecknas, Scheufelnas, Krallarsch und kranken Mensch schimpfte".

9. Juni 1897 Vorladung zum Sühneversuch, da der Beschuldigte "am 8. Juni in der Wirtschaft des Heinrich Schäfer I. bei einer öffentlichen Gesellschaft ausgesagt hat, Kläger habe ihm seinen Hut gestohlen, diese Späße gingen in Amerika, aber hier nicht".

10. Mai 1899 Vorladung zum Sühneversuch, da der Beschuldigte den Kläger "am 9. Mai abends gegen 9 Uhr in der Lepper'schen Wirtschaft dahier Spitzbub, schlechter Kerl, Sauhund schimpfte, und er sollte ihn am Arsch lecken".

13. Juni 1900 Vorladung zum Sühneversuch, da der Beschuldigte den Kläger "am 10ten und 11ten des Monats jedesmal gegen Abend auf der öffentlichen Ortsstraße Hund, Spitzbub und seine Familie eine Bande schimpfte, und mit roter Hund, heute Abend wirst du kalt gemacht".

16. Januar 1903 Vorladung zum Sühneversuch, da der Beschuldigte den Sohn des Kläger "in der Bahn von Gießen nach Daubringen dreimal mit der Faust auf den Kopf schlug und schimpfte Lausbub ich schlag dich, dass du verreckst". Das gab eine Strafe von 10 Mark für die Kleinkinderschule.

Krieg:
Traurig sind die Mitteilungen, die den Hinterbliebenen der im 2. Weltkrieg sinnlos umgekommenen Soldaten zugestellt wurden.


Die "Gefallenen Anzeige" wurde den Hinterbliebenen durch den Ortsgruppenleiter der NSDAP zugestellt. Aufkommende Regimekritik konnte so besser kontrolliert werden.
Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Staufenberg A 396


Der Brief vom 10.03.1943 zum Tod des Albert B. aus Staufenberg lautet:

"Hochverehrte Familie B.!
Mitten im heroischen Abwehrkampf muss ich Ihnen die bittere Mitteilung machen, dass Ihr Sohn Albert am 8. März '43 auf dem Felde der Ehre geblieben ist. Ich weiß, dass gerade Sie diese Mitteilung doppelt schwer trifft, denn Sie verlieren Ihren zweiten und soviel mir bekannt, letzten Sohn. Ich verliere mit ihm einen von meinen Männern, die mir in der kurzen Zeit meiner Tätigkeit in der Einheit so ans Herz gewachsen sind. Wenn ich ihnen immer in die Augen sah, dann sah ich nur Einsatzfreude und Tapferkeit und Vertrauen zu meiner Führung bis zum letzten Blutstropfen. Einer von den vielen war auch Ihr Sohn. So wie sein Charakter, seine Persönlichkeit und sein soldatisches Auftreten war, so ist er auch gefallen: Mitten in seiner Tätigkeit als Fernsprecher, neben seinem Fernsprechapparat an dem er meine Feuerkommandos zu den Geschützen gab, traf ihn, im feindlichen Feuerüberfall ein Splitter und bereitete ihm einen kurzen und schmerzlosen Tod. Er dürfte kaum etwas bemerkt haben und so ist es mir auch nicht möglich, einen letzten Wunsch von ihm zu erstatten. Wir haben Ihren Sohn im Heldenfriedhof in Shisdra (nordwestl. von Orel) zur letzten Ruhe bestattet. Ich werde Ihnen durch die Einheit eine Skizze über die letzte Ruhestätte Ihres Sohnes übersenden lassen. Mir ist bekannt, dass Ihr Sohn in absehbarer Zeit heiraten wollte. Ich werde am heutigen Tage ebenfalls sein Fräulein Braut benachrichtigen. Als Führung der Einheit erlaube ich mir im Namen meiner Männer Ihnen mein tiefstes Beileid auszusprechen. Wir alle werden in stolzer Trauer immer seiner gedenken, er wird uns Ansporn und ständiger Mahner höchster Pflichterfüllung sein. Ich werde mir erlauben, sobald etwas ruhigere Zeit eintritt, Ihnen jederzeit für etwaige Fragen zur Verfügung zu stehen.
Mit ergebensten Grüßen
Unterschrift Oberstleutnant"
Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Staufenberg A 396.

Ein weiterer Brief:


Die Briefe versuchten das Grauen in schöne Worten zu fassen. "Die Vorsehung", die der Hauptfeldwebel Kramer in dem Brief bemühte, zeigte leider: Der Tod des jungen Helmut Dorfeld war nicht nur umsonst, er war völlig sinnlos. Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Staufenberg A 396.

Gastwirtschaften:
Mit einem Schreiben wurde Johann Benner die Schildgerechtigkeit für die Wirtschaft Zum Schwanen in Mainzlar im Jahr 1811 von Ludwig, dem Großherzog von Hessen verliehen (Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Mainzlar A 677). Die Wirtschaft Zum Schwanen war seit dem 30-jährigen Krieg im Besitz der Familie Benner. Wirt Johannes Benner starb im Jahr 1835. Seine zwei Söhne starben als Kinder. Die Wirtschaft wurde vom Schwiegersohn Johannes Vogel V. übernommen, der eine der fünf Töchter Benners geheiratet hatte. Johannes Vogel war auch Bürgermeister in Mainzlar.Das unten gezeigte Haus wurde 1928 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.


Hausgeschichte:
Einen großen Umfang nehmen im Stadtarchiv Staufenberg die Baugesuche und Baubescheide ein. Sie bieten interessante Pläne der Häuser und der Ortslage. Bereits am 21. Dezember 1809 hatte der Großherzog von Hessen und Herzog in Westphalen eine Verordnung über das Bauen erlassen. "Wir haben Uns vortragen lassen", so heißt es, dass durch Bauen an den Straße ein "Mißstand" entstanden sei. "Zur künftigen Verhütung dieses Übels, und damit dergleichen neue Gebäude dem Orte, wo sie erbauet werden, auch einige Verschönerung verschaffen werde, verordnen und befehlen Wir hiermit ...". Vor dem Bauen musste eine Genehmigung eingeholt werden. Die Auflagen wurden 1843 weiter konkretisiert. Der erste Antrag mit Zeichnungen aus Staufenberg, der erhalten geblieben ist, stammt aus dem Jahr 1839.


Das Häuschen des Tagelöhners Christoph Roth durfte so gar noch mit Stroh bedeckt werden, da "nach Ihrem Anführen die Verhältniße des Bettstellers sehr bedürftig sind." Strohdächer wurden im 19. Jahrhunderts verboten, da sie die Brandgefahr erhöhten.



Der Lageplan zeigt das Häuschen des Roth eingezwängt in die übrige Bebauung. Rechts steht das erheblich größere Haus des Bruders Johannes Roth, der wie der Vater Zimmermeister war. Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Staufenberg A 137.

Urkunden:

Urkunde aus dem Jahr 1503. Stadtarchiv Staufenberg, Bestand Staufenberg U2


In der Urkunde wird die Stiftung eines Hauses in Staufenberg für die Kirche, die dem Apostel Petrus und dem Märtyrer Sankt Georg geweiht ist, durch Adolf Riedesel, Burgmann zu Königsberg, seiner Frau Margarethe sowie Heinrich von Werdorf zu ihrem Seelenheil geregelt.
Das Schriftstück ist auf Pergament; daran hängt ein braunes, unbeschädigtes Wachssiegel des Adolf Riedesel. Das Siegel des Heinrich von Werdorf fehlt.
Datierung: 1503 "Uff Sontagk Quasimodogeniti" [Sonntag nach Ostern].


Ahnen- und Heimatforscher sind im Stadtarchiv Staufenberg herzlich willkommen!


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