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Kolumne 41/2018


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor einiger Zeit erreichte mich ein Päckchen mit Brief aus dem fernen San Petro in Kalifor-nien/USA. Unter anderen war in dem Begleitbrief der Satz zu lesen: "Ich habe einige Bilder aus der Staufenberger Vergangenheit, die Sie bestimmt interessieren werden." Absender war und ist Werner Ruckelshausen, der seine Kindheit- und Jugendjahre in Staufenberg ver-brachte und den es 1983 mit Frau und drei Kindern in die USA gezogen hat.

Anregung für sein Schreiben erhielt Herr Ruckelshausen durch den Internetauftritt Staufen-bergs, wo ein altes Fotos der Vorstadt präsentiert wird, das mir anlässlich eines Geburts-tagsbesuchs überreicht worden ist. Herr Ruckelshausen ist im vergangen Jahr 80 Jahre alt geworden. Und da er in San Petro natürlich keinen Besuch vom Staufenberger Bürgermeister erhalten hatte, erledigte er die Übergabe der Fotos postalisch. Unter dem Titel "Schönes altes Staufenberg" stellen wir Ihnen in der heutigen Ausgabe der Staufenberger Nachrichten einige seiner Bilder vor.

Bis vor kurzem nutzten viele Kinder und Jugendliche mit ihren Mountainbikes Treppen, klei-nere Abhänge oder notdürftig zusammengebaute Holzrampen. Sie zweckentfremdeten damit öffentliche Wege und brachten sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Unser Jugendpfleger Sven Iffland hatte deshalb das Gespräch mit den Kindern und Jugend-lichen gesucht. Gemeinsam wurde überlegt, ob man in Staufenberg eine Anlage bauen könnte, die einerseits der Zweckentfremdung öffentlicher Anlagen entgegenwirkt und ande-rerseits Kindern und Jugendlichen ein "mountainbiken" mitten in Staufenberg ermöglicht. Die Lösung wurde in dem erst vor wenigen Tagen in der Vitalen Mitte unterhalb des Kreisels der Ortsumgehung angelegten DIRT-PARK Vitale Mitte gefunden.

Was ist denn nun schon wieder ein DIRT-PARK, werden Sie sich vielleicht gerade fragen. Frei ins Deutsche übersetzt, handelt es sich bei ihm um einen "Schmutz-Park", genau ge-nommen ist es aber eine Erdhügelbahn. Denn DIRT-PARKs werden ausschließlich aus Erde gebaut und sind für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen attraktiv.

Wie gut unser noch nicht ganz fertiggestellter DIRT-PARK bei unseren Kindern und Jugend-lichen "ankommt", belegt eine äußerst nette E-Mail einer Bürgerin aus Fronhausen-Bellnhausen, die ich Ihnen heute gerne einmal im Wortlaut wiedergeben möchte.
Die Dame schrieb: "Ich wohne in Bellnhausen (Nähe Fronhausen) und stieß in der Nähe des Kreisels auf 4 Erdhügel, um die sich eine ganze Schar Kinder und Jugendlicher tummelte. Weil meine Enkelkinder selbst ausgesprochen gern "mountainbiken" und solche Strecken lieben, habe ich mir die Sache eine ganze Weile angesehen. Obwohl ich weiß, dass die Bahn noch nicht benutzt werden soll, war es für mich sehr schön zu sehen, wie die jungen Leute miteinander umgingen. Jeder wurde respektiert, ob 8 oder 17 Jahre alt, das soziale Miteinander war phänomenal, jeder reihte sich brav in die Warteschlange ein, sie redeten miteinander, stellten sich selbst verschiedene Aufgaben und fuhren gefühlt 100 mal hinterei-nander mit großer Begeisterung die gleiche Strecke mit gerade mal 4 aufgeschütteten Erd-hügeln. Wenn die Bahn einmal fertig sein wird, haben Sie eine echte Attraktion vor Ort. Eine tolle Sache - mit so wenig Aufwand ein so großer Gewinn für die Kinder und Jugendlichen Ihrer Stadt. Ich habe mich mit dem Vorschlag, auch eine solche Anlage zu bauen, bereits an unseren Ortsvorsteher gewandt und hoffe sehr, dass wir hier in Bellnhausen etwas Ähnliches auf die Beine stellen können."

Besser kann man, wie ich finde, unseren neuen DIRT-PARK Vitale Mitte nicht beschreiben. Nun bleibt zu wünschen, dass unsere Kinder und Jugendlichen noch lange Freude an dieser neuen Anlage haben werden.

Mindestens ein Jahr Aufschub bei der Neuregelung der Holzvermarktung: Das fordert der Hessische Städte- und Gemeindebund von der hessischen Landesregierung.
Während das Wiesbadener Umweltministerium den Rückzug des Landesbetriebs Hessen-Forst aus der Holzvermarktung für größere private und kommunale Waldbesitzer zum 1. Ja-nuar 2019 betreibt, hat Nordrhein-Westfalen den dortigen Waldbesitzern eine Atempause verschafft. Ein Jahr länger gibt es dort Zeit, um die Holzvermarktung neu zu regeln.

Hintergrund sind Aktivitäten des Bundeskartellamts, das auf Betreiben von Sägewerksbesit-zern gegen die Holzvermarktungspraxis in Baden-Württemberg vorging. Zwar versetzte der Bundesgerichtshof dem Kartellamt im Juni dieses Jahres einen Dämpfer. Die Karlsruher Richter ließen aber offen, ob eine gemeinsame Holzvermarktung der kommunalen Waldbe-sitzer über einen Landesbetrieb, wie z. B. in Hessen über den Landesbetrieb Hessen Forst, überhaupt ein Kartell darstellt.

In Hessen betreibt das Umweltministerium seit Frühjahr dieses Jahres trotzdem überstürzt den Rückzug des Landes aus der Holzvermarktung. Kommunale Waldbesitzer wie die Stadt Staufenberg müssen deshalb kurzfristig neue Vermarktungsorganisationen schaffen.
Es ist extrem bedauerlich, dass gut funktionierende Strukturen ohne Not aufgelöst werden. Die Zusammenarbeit mit Hessen Forst hat sich für unsere Stadt bisher stets als effizient er-wiesen. Wenn sich Hessen Forst auf Druck des Umweltministeriums nun aus der Holzver-marktung zurückzieht, werden es kleine Waldbesitzer wie wir alleine schwer haben.

Um auf dem Markt bestehen zu können, muss man eine gewisse Holzmenge anbieten kön-nen. Eine Chance sehe ich in einem gemeinsamen Vorgehen mit unseren Nachbarkommu-nen. Entsprechende Gespräche in diese Richtung führe ich gerade. Sobald konkrete Vor-schläge ausgearbeitet worden sind, werde ich diese dem Magistrat und anschließend allen Stadtverordneten und damit auch der Öffentlichkeit vorstellen. Schön wäre es, wenn wir für diese Abstimmungen von der neuen Landesregierung noch ein wenig mehr Zeit bekommen würden.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Peter Gefeller
Bürgermeister


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