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Nachrichten aus dem Stadtarchiv


„Erzähl‘ was von früher!“ Gerne lassen sich Enkelkinder von Oma oder Opa über die vergangenen Zeiten berichten. Denn 50, 60 oder gar 70 Jahre Distanz bergen tausende Geschichten, völlige andere Lebensgefühle. Das 20. Jahrhundert war zudem von Unrecht und Kriegen bestimmt.

Ernst Schäfer, ein Daubringer, ein Staufenberger durch und durch, erinnert sich, erinnert sich gerne. Das Besondere: Er hat seine Geschichten, die letztlich die Geschichte mit ausmachen, zu Papier gebracht. Mit viel Energie und durch den Ansporn seiner Familie ist daraus ein ansehnliches Buch geworden.

Das überreichte er dem Bürgermeister von Staufenberg Peter Gefeller. Der nahm das Buch gerne entgegen. Zurück zu blicken, sich über die Veränderungen zu informieren, ist ihm persönlich wichtig. Darüber hinaus soll dieses Puzzlestück der Historie im kollektiven Gedächtnis, im Stadtarchiv Staufenberg, aufbewahrt werden. „Gerne kaufen wir Ernst Schäfer ein Exemplar seines Werkes ab“, so Bürgermeister Peter Gefeller, der weiß, dass Schäfer das Buch auf eigene Kosten hat herstellen lassen. „Ich wünsche ihm viele Käufer, denn Geschichten erzählen ist leicht, sie dann zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten ist schwer.“

Schäfer, inzwischen 82 Jahre alt, erzählt Geschichten, die ihn beeindruckt und beeinflusst haben. Anstoß dazu mag die „Flaschenpost“ gegeben haben, die in den 1990er Jahren im Elternhaus seines Vaters, der Gastwirtschaft „Zum Ludwig“ gefunden wurde. Die Nachricht stammte aus dem Jahr 1928 und war von seinem Großvater. Der Malermeister, Gastwirt und „Photograf“ Joh. Emil Schäfer grüßt darin seine Nachwelt und erinnert an die Hungerzeiten des Ersten Weltkrieges. „Nun geht es wieder besser. Es grüßt euch alle herzlich …“, heißt es da.

Im Folgenden erzählt Schäfer kleine, aber auch große Geschichte: Zum Beispiel von Nachbars Katze und vom Bombenangriff auf Gießen am 6. Dezember 1944. Das Ende des Krieges 1945 erzählt Schäfer aus Sicht des damals 10-jährigen „Wäwersch Ernstche“ in all der kindlichen Naivität. Er erzählt von einem gefundenen Stahlhelm, den er auf seinem „Kindskopf“ trug wie Schäfer in eindrücklichem Wortspiel schreibt. Er schreibt von der kindlichen Faszination an Waffen, die überall herumlagen und schließlich einem Daubringer Jungen das Leben kosteten.

„Oral History“ heißt es, wenn Zeitzeugen berichten. Oft sind es die Kleinigkeiten, die ansonsten nicht überliefert würden, die diese Geschichten interessant und lesenswert machen. In diesem Fall ist es der ganz persönliche Blick Schäfers auf das Geschehen in der kleinen und großen Welt.

Das Buch „Pappdeckelranzen, Tiefflieger und Schokoladenpudding“ kann bei Ernst Schäfer für 12 Euro erstanden werden. Er ist unter der Telefonnummer 71777 zu erreichen.

„Der Magistrat der Stadt Staufenberg
Peter Gefeller, Bürgermeister“

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