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Kolumne 19/2019


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,  

in dieser Woche wurde die Stadt Staufenberg für ihr „Historisches Stadtarchiv“ mit dem Hessischen Archivpreis 2019 ausgezeichnet. Gemeinsam mit Stadtrat Rudolf Herzberger und Stadtarchivarin Barbara Wagner konnte ich diesen Preis im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus der Hochschulstadt Geisenheim entgegennehmen. Der von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ausgelobte Hessische Archivpreis wird gemeinsam mit dem Landesverband Hessen des VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare - verliehen. Jedes Jahr wird ein hessisches Archiv ausgezeichnet, das sich in besonderer Weise auf dem Gebiet des Kulturschutzes und der Archivierung Verdienste erworben hat. Erfreulicherweise  wurde dieses Jahr unser Stadtarchiv ausgewählt. Der Preis ist mit 5.000 EUR dotiert.

Für uns als doch recht kleine Kommune, die es gerade geschafft hat, wieder aus dem Schutz des vom Land aufgespannten finanziellen Rettungsschirms herauszutreten, ist es von besonderer Bedeutung, so eine hohe Auszeichnung zu erhalten.
Unser kommunales Archiv aufzubauen, zugänglich zu machen und ihm zusätzlich Leben einzuhauchen, bedurfte einiger Anstrengungen. In seiner heutigen Form besteht es noch gar nicht so lange – nach archivalischen Prinzipien erst einen Wimpernschlag. Für Staufenberg stellte sich die Problematik oder besser gesagt  die Thematik „Archiv“ wirklich dringlich erst im Jahr 1974 mit der Zusammenlegung der ehemals selbstständigen Kommunen Staufenberg, Treis, Daubringen und Mainzlar zu der Stadt Staufenberg in ihrer heutigen Form. Das war ein bedeutsamer verwaltungstechnischer Einschnitt. Rathäuser wurden aufgegeben, Akten mussten umgelagert werden.  Die Archivierung in Aktenschränken des Rathauses, wie sie der  Staufenberger Bürgermeister Reuter noch im Jahr 1943 beschrieb, war endgültig vorbei.

Die Zusammenlegung der vier Kommunen war eine große Chance – auch wenn es in diesem Zuge zu Verlusten von Dokumenten gekommen ist: Aus dem feuchten Keller eines Rat-hausgebäudes konnten die Papiere nur noch mit der Mistgabel entfernt werden, aber das, was gerettet werden konnte, wurde ab den 1980er Jahren gesichtet, abschließend verzeich-net und mit Findbüchern erschlossen.

Neben Verlusten gab und gibt es aber auch immer wieder einmal Zugewinne für das Stadtarchiv zu verzeichnen. So wurden beispielsweise bei der letztjährigen Restaurierung des Staufenberger Backhauses zahlreiche städtische Quittungen und Zahlungslisten mit den Namen der Ortseinwohner aus dem 17. und 18. Jahrhundert gefunden, die wohl nach 1945 zum Feueranzünden genutzt werden sollten. Für diesen Fund gilt Siegfried „Siggi“ Seeger vom SV Staufenberg nochmals mein herzlicher Dank.

Die Verzeichnung und Erschließung des als Historisches Archiv von Staufenberg bezeichneten Bestandes ist ein erster, entscheidender Erfolg, den wir 2013 mit der Neueröffnung im ehemaligen Schützenraum der Stadthalle noch vergrößern konnten. Dieser Umbau gerade zu Beginn des Schutzschirmprogrammes war ein nicht unerheblicher finanzieller Kraftakt für uns als Kommune.

Unser Stadtarchiv ist heute eine Anlaufstelle für viele interessierte Gruppen, für unsere Schulen und natürlich auch für viele Ahnenforscher. Zahlreiche Nachkommen der vertriebenen oder ermordeten jüdischen Bevölkerung haben uns bereits besucht. Der Vorteil für uns: Wir bekommen Fotos, Informationen und Objekte, die zum Teil einen weiten Weg durch die Welt gemacht haben, ehe sie zu uns zurückkehren.

Die Verleihung des Hessischen Archivpreises ist nun ein weiterer wichtiger Meilenstein. Unsere Verwaltung steht vor neuen großen Herausforderungen, die sich gerade aus der stetig voranschreitenden Digitalisierung ergeben. Doch dies bedeutet ja nicht, dass Vorhandenes einfach verschwindet. Wir wollen deshalb das nun erhaltene Preisgeld für den Aufbau des jungen Archivs ab dem Jahr 1974 nutzen. Ganz besonders freut es mich dabei, dass unsere Stadtarchivarin Barbara Wagner, die bereits maßgeblich für den Aufbau des Historischen Archivs verantwortlich war, nun auch die Sicherung des jüngeren Archivgutes unserer Stadt mit auf den Weg bringen kann.

Wissen Sie eigentlich was „MonkeyClimbing“ ist? Nein? Macht nix! Ich kannte den Begriff bis zur letzten Woche auch nicht. Nun aber bin ich aufgeklärt. Während meines Besuches des „Outdoor-Tages“, noch so eine englisch-deutsche Wortschöpfung, haben mir Kinder und Jugendliche gezeigt, wie sie mit Hilfe von Kletterhilfen scheinbar mühelos in einen Baum klettern konnten, spielend leicht wie ein Affe eben. Aha, daher also der Name. Aber nicht nur „Affenklettern“ gab’s beim Freilufttag zu bestaunen. Auch beim Kistenstapeln, Bogenschießen oder Wikingerschach konnten sich über 40 Kinder und Jugendliche einen ganzen Nachmittag lang auf dem  Außengelände unserer Oberburg  austoben. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Jugendpflegern aus Allendorf/Lumda, Buseck, Reiskirchen und Stau-fenberg. Tatkräftig unterstützt wurden diese von den Sozialarbeitern an der Clemens-Brentano-Europaschule und Helfern des SV Staufenberg, der Heimatvereinigung Staufen-berg sowie der Staufenberger Naturschutzbund-Jugendgruppe. Spontan eingesprungen war zudem die Familie Döll. Den kommunalen Jugendpflegern, den Sozialerbeitern aber natürlich auch allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gilt mein Dank für die Ausrichtung dieses besonderen Tages auf dem Gelände unserer Oberburg.

Einige Menschen fühlen sich von der Politik nicht richtig wahrgenommen und vertreten. Im-mer wieder hört man Sprüche wie: „Die da oben machen doch eh nur was sie wollen!“ Aber ist das wirklich so? Am vorletzten Samstag hatten im Rahmen der Demokratiekonferenz 2019 die Bewohner des Lumdatal Gelegenheit, gleich mit allen vier Bürgermeistern der Lumdatalkommunen darüber zu diskutieren, wie die Kommunalpolitik im Lumdatal Menschen besser mitnehmen und einbinden kann. Leider fanden nur weniger als 50 Menschen den Weg ins Bürgerhaus von Allendorf/Lumda, wo die diesjährige Konferenz von DABEISEIN, der Partnerschaft für Demokratie im Lumdatal,  stattfand.

Im Mittelpunkt der Ganztagsveranstaltung stand die Einbindung der Bürger. Unser ebenfalls an der Konferenz teilnehmende Hauptamtsleiter Stephan Grün-Fischer warb dabei für mehr Transparenz. Pläne, die nicht umgesetzt würden oder einen anderen Verlauf nähmen, sollten den Bürgern erklärt werden. Recht hat er, wie ich finde. Über meine wöchentliche Kolumne aber auch und speziell über meine regelmäßig in unseren Stadtteilen stattfindenden Bürger-sprechstunden versuche ich, zum einen die gewünschte Transparenz zu schaffen und zum anderen Ihnen eine Plattform für eine aktive Teilnahme am politischen Leben in Staufenberg zu bieten. Ich kann Ihnen an dieser Stelle zusagen, dass ich auch weiterhin meine Kolumne schreiben und die Bürgersprechstunden anbieten werde. Sie alle kann ich nur ganz herzlich bitten, von der Möglichkeit des direkten Meinungsaustausches Gebrauch zu machen.  

Es grüßt Sie herzlich

Ihr   
Peter Gefeller
Bürgermeister



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